Dienstag, Februar 20, 2024
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Die tatsächlichen Kosten von Mitarbeiterfluktuation

Laut Berichten der Bundesagentur für Arbeit von 2018 liegt die Fluktuationsrate in Deutschland branchenübergreifend bei 32,8%. Damit ist sie im Vergleich zum Vorjahr um 1,2% gestiegen.

Die insgesamt gute Konjunktur, der akute Fachkräftemangel und die sinkende Arbeitslosigkeit erzeugen am Arbeitsmarkt eine hohe Nachfrage geeigneter Mitarbeiter. Dies erhöht für rekrutierende Unternehmen die Konkurrenz um knapp werdende Fachkräfte. Insbesondere in Ballungsräumen und Regionen mit einem stark ausgeprägten Dienstleistungssektor, ist die Mitarbeiterfluktuation hoch. Wo ein Arbeitsplatzwechsel keinen Umzug notwendig macht, sind Arbeitnehmer besonders schnell bereit, die Arbeit zu wechseln.

Bei diesen Zahlen wird klar, dass langfristige Mitarbeiterbindung bei Unternehmen immer wichtiger wird. Betriebsinterne Maßnahmen können dabei helfen Mitarbeiter stärker ans Unternehmen zu binden und die Fluktuationsrate gering zu halten.

Welche Kosten entstehen bei Mitarbeiterfluktuation

Freie Stellen, die nicht direkt wieder besetzt werden können, können zu hohen Unternehmenskosten führen. So sorgen lange Vakanzen und Mitarbeiterfluktuation in den Vereinigten Staaten jährlich zu einem Kapitalaufwand von knapp 160 Milliarden US-Dollar. Laut einer Studie von Glassdoor dauert es 52 Tage und kostet durchschnittlich 4.000 US-Dollar um eine offene Position wieder zu besetzen.

Kosten des Bewerbungsverfahrens

Jobanzeigen in relevanten Jobportalen sind essentiell für die erfolgreiche Neubesetzung einer offenen Stelle. Durch die wachsende Relevanz dieser Portale ist das Aufgeben einer Jobanzeige allerdings teurer geworden. Zusätzlich zu den Kosten des Bewerbungsverfahrens ist die Arbeitszeit der Personaler bzw. Recruiter zu berücksichtigen. Sofern keine HR Software eingesetzt, die diesen Vorgang unterstützt, werden Bewerbungen noch immer manuell eingesehen was schnell zeitintensiv werden kann. Auch für die vereinbarten Bewerbungsgespräche wird die Arbeitszeit von Personalern und Führungspersonen in Anspruch genommen. Je mehr Gespräche geführt werden, desto mehr Arbeitszeit wird von diesen Mitarbeitern investiert.

Kosten von Training und Onboarding

Da die Produktivität des Vorgängers zunächst nicht erreicht werden kann, entstehen unter Umständen Ausfallkosten. Um neue Mitarbeiter schnell als produktive Kräfte einsetzen zu können sind Schulungen oder intensives Einarbeiten von Nöten. Schulungen neuer Arbeitskräfte sind teuer. Die andere Möglichkeit ist die Einarbeitung durch Kollegen. Jedoch wird die Arbeitszeit, die von Kollegen für die Vorbereitung und Einarbeitung aufgewendet wird, in die neue Kraft investiert. Diese Zeit kann nicht für die tatsächlichen Aufgaben der Mitarbeiter verwendet werden. In kleinen Unternehmen kann diese verringerte Produktivität schnell zu erhöhtem Arbeitsdruck führen, was wiederum unter Umständen zu erhöhter Mitarbeiterfluktuation führen kann.

Kosten bei Nichtbesetzung

Die oben aufgeführten Kosten entstehen natürlich lediglich, wenn die frei gewordene Stelle wieder besetzt werden kann. Bis dies der Fall ist kann unter Umständen einige Zeit vergehen. Während der Zeit der Nichtbesetzung können zahlreiche mit Kosten verbundene Probleme entstehen.

Wird die Tätigkeit des ausgeschiedenen Mitarbeiters von Kollegen übernomen, entsteht bei diesen oftmals eine Überbelastung, die nur in Form von teuren Überstunden gehandhabt werden kann. Fehlen Mitarbeiter, die sich den Aufgaben des ausgeschiedenen Arbeiters annehmen können, droht kompletter Produktivitätsverlust dieses Bereichs. Dies kann unter Umständen zu Produktionsausfall oder Verzögerungen von Lieferungen führen. Dies kann Aufträge oder gar Kunden kosten und kann Unternehmen langfristig schaden.

Mitarbeiterfluktuation durch Mitarbeiterbindung senken

Wie engagiert Mitarbeiter sind und wie groß ihre emotionale Verbundenheit zum Unternhemen ist, hängt von Faktoren wie Arbeitsklima, Führungsstil oder der Kommunikationskultur ab. Durch erfolgreiches Employer Branding können Mitarbeiter zufrieden gestellt werden, die Mitarbeiterbindung wird verbessert und im Umkehrschluss sinkt die Mitarbeiterfluktuation.

Potentiale für mehr Mitarbeiterzufriedenheit erkennen

Eine attraktive Arbeitgebermarke lebt von einer starken Unternehmenskultur, in der Mitarbeiter und ehemalige Mitarbeiter für ihren Arbeitgeber einstehen und positiv von ihm sprechen. In der heutigen Zeit ist positive Mund-zu-Mund Propagand über Bewertungsportale wie kununu oder dergleichen für Mitarbeiter und Interessenten gleichermaßen interessant. Ein Blick auf Plattformen dieser Art kann helfen eine erste Einschätzung über die Zufriedenheit von Mitarbeitern zu erhalten. Zudem lassen sich hier Potentiale entdecken, wo Verbesserungen gewünscht oder von Nöten sind. Diese sollten erkannt und postwendend umgesetzt werden.

Mit Onboarding zu glücklicheren Mitarbeitern

Onboarding Prozessen wird eine große Rolle bei der frühen Mitarbeiterbindung zugesprochen. Durchdachte Mitarbeiterintegration kann nicht nur bestehende Prozesse sinnvoll vereinfachen, sie werden auch von den am besten dafür geeigneten Mitarbeitern durchgeführt und schafft Transparenz. Die neuen Mitarbeiter werden sorgfältig darauf vorbereitet was sie erwartet, was von ihnen erwartet wird und ihnen wird die Möglichkeit für einen produktiven Unternehmensstart eingeräumt. All diese Aspekte wirken sich positiv auf die Mitarbeiterbindung aus.

Immerhin lassen Studien erkennen, dass die frühe Mitarbeiterbindung durch erfolgreiches Mitarbeiter Onboarding um bis zu 25% gesteigert werden kann. Des Weiteren wird die Produktivität neuer Mitarbeiter um bis zu 11% erhöht. Zusätzlich erwarten Mitarbeiter unterdessen ein ordentliches Onboarding bei Unternehmenseintritt. 15% befragter Mitarbeiter ließen verlauten, dass das Fehlen eines Onboarding Prozesses den Wunsch das Unternehmen frühzeitig wieder zu verlassen, unterstützt hat. Wichtiger Bestandteil des Onboardings ist es bereits im ersten Jahr der Unternehmenszugehörigkeit Perspektiven zu schaffen und anhand von regelmäßigem Feedback Mitarbeitern die Möglichkeit zu geben sich zu Entwicklungen zu äußern. Dies erhöht das Zugehörigkeitsgefühl der Mitarbeiter und gibt Unternehmen die Möglichkeit auf mögliche Negativtrends zu reagieren und Probleme bei der Wurzel zu ergreifen.

Durchdachte Onboarding Prozesse im Unternehmen einführen

5% aller Mitarbeiter verlassen ihr neues Unternehmen bereits innerhalb der ersten 45 Tage wieder. Dieser Anteil verdeutlicht, wie wichtig das Einführen smarter Onboarding Prozesse heutzutage für Unternehmen sein sollte. Sie können Ihre internen Abläufe mühelos strukturieren und verbessern indem Sie die kostenlose Onboarding Checkliste von kiwiHR herunterladen und sich an den definierten Schritte orientieren. Ermöglichen Sie Produktivität ab dem ersten Tage und freuen Sie sich über zufriedenere Mitarbeiter in Ihrem Unternehmen.

Quellen:
Agentur für Arbeit
Beamery
Glassdoor
Gluu

Laura Langer
Laura Langer
Laura ist seit Mitte 2015 als Redakteurin und Marketing Manager bei Business.today Network tätig. Zuvor machte Sie Ihren Master-Abschluss in BWL mit Schwerpunkt Marketing.
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