Freitag, September 22, 2023
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Marketingtrends in Inflationszeiten

Hamburg (btn/Gastbeitrag von Dr. Gerhard Trautmann ist CEO und Gründer der Global Savings Group) – Aktuell lautet das Gebot der Stunde “Kassensturz” statt “Abwarten”. Mit 7,5 Prozent hat die Inflationsrate einen neuen Höhepunkt erreicht, die Tendenz ist weiterhin steigend. Das hat gravierende Folgen: Sowohl Absatz als auch Konsumklima brechen ein, die Preise steigen immer weiter an.

Dr. Gerhard Trautmann ist CEO und Gründer der Global Savings Group: Quelle: Global Savings Group.

Diese Entwicklung gefährdet die Wachstumsziele von Marken, weshalb Online-Marketeers jetzt umdenken und gegensteuern müssen. Im Folgenden möchte ich fünf Marketingtrends in Inflationszeiten nennen und näher erläutern.

Trend 1: Performance Marketing

Insbesondere kleine und mittlere Unternehmen machen sich Sorgen aufgrund der Inflation, denn im Preiskampf haben sie oftmals weniger Spielraum als große Konzerne. Neben der Preisgestaltung setzen aktuell viele KMU auf Performance Marketing, denn dieses ist vergleichsweise günstig, dafür unmittelbar messbar und birgt wenig Risiko. Wichtig ist, dass Marketeers darauf achten, wofür ihre Kooperationspartner stehen. Diese sollten als vertrauenswürdige Informationsquelle gelten und ein passendes Preismodell bieten. Nur so schafft man Glaubwürdigkeit, überzeugt Kund:innen vom eigenen Produkt und schont das Marketingbudget. Entscheidend ist dabei natürlich auch, die passenden Anreize zur Conversion zu schaffen und vor allem die richtigen Verbraucher:innen anzusprechen.

Trend 2: CRM und Bestandskunden-Reaktivierung

Trotz Inflation und verschlechtertem Konsumklima, haben sich durch die Corona-Krise explodierenden CAC (Customer Acquisition Costs) nicht verändert. Bei rückläufigem Konsumverhalten wird es daher strategisch absolut wichtig, dass die eigenen CRM-Kanäle neben den performance getriebenen Marketingkanälen in den Fokus geraten. So sollten Investitionen in die notwendige Dateninfrastruktur, wie auch entsprechende Applikationen Priorität erhalten, die eine smarte, datengetriebene Aussteuerung der eigenen Reichweite ermöglicht. Eine dediziertes Umdenken von der Neukundenakquise hin zur Reaktivierung und Konvertierung von Bestandskunden ist hierbei unerlässlich.

Trend 3: Echte Mehrwerte schaffen statt in Branding zu investieren

In Krisenzeiten werden Werbeausgaben gerne als erstes gestrichen. Dass diese komplett wegfallen, müssen Marketeers nicht befürchten. Auf eine Reduzierung des Marketingbudgets sollten sich die Experten aber einstellen – vor allem in Themen, die auf langfristigen Markenaufbau und nicht erfolgsabhängig gesteuert werden können. Die Zeiten, in denen großzügig in verschiedene Maßnahmen investiert und einfach mal ausprobiert wurde, sind erst mal vorbei. Jetzt muss mit dem Budget noch effizienter gehaushaltet werden und das entsprechende Risiko reduziert werden. Statt markenbildender Marketingmaßnahmen setzen derzeit viele Unternehmen verstärkt auf die aktivierende Ansprache zum Kauf.

Trend 4: Verbraucherfreundliche Angebote mit Langzeiteffekt

Zu Inflationszeiten versuchen die Konsumenten zu sparen. Sowohl die Loyalität der Konsumenten als auch die Nachfrage nach Markenprodukten sinkt, derzeit entscheidet bei direkter Vergleichbarkeit der günstigste Preis. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, setzen immer mehr Unternehmen neben der klassischen Werbung auch auf Coupons oder Loyalitätsprogramme wie Cashback und investieren damit gleichzeitig in die Beziehung zum Kunden. Insbesondere Reiseanbieter haben damit in diesem Jahr stark profitieren können. Gründe dafür waren, dass sich Cashback wegen der hohen Warenkörbe für Verbraucher:innen richtig lohnt und die allgemein steigende Nachfrage nach der Pandemie.

 

 


Über den Autor: Dr. Gerhard Trautmann ist CEO und Gründer der Global Savings Group. Das Unternehmen ist Europas führender Shopping-Reward-Anbieter und in über 20 Märkten tätig. Trautmanns Begeisterung gilt der Transformation von Start-up zu Scale-up sowie der Entwicklung von Online-Marketing-Trends, insbesondere in der Branche FinTech und E-Commerce.

Jens Breimaier
Jens Breimaier
Jens Breimaier kümmerte sich im Business.today Network um Redaktion und Business Development. Er hat über 20 Jahre Erfahrung im Publishing- und Mediabusiness, u.a. Burda, Verlagsgruppe Milchstraße und Vibrant Media: "Ich arbeite mit Brands, Agenturen, Startups und Publishern im Online-Business und unterstütze sie beim Wachstum ihres Geschäfts sowie beim Aufbau von Know-How und Netzwerken. Meine Erfahrung als Business Developer und im Publishing, sowie bei der Umsetzung von komplexen Aufgabenstellungen geben mir eine fachliche Basis und Kompetenz, die ich weiter geben möchte."
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